Nachdem die vom Fahrtensegler Club Königstein
ausgeschriebenen Segeltörns, 1999 nach London und 2000
nach Oslo, für die Teilnehmer als großartiges
Erlebnis in Erinnerung geblieben sind, kam von einigen
Kameraden der Vorschlag, in diesem Jahr das Baltikum zu
bereisen. Unter Berücksichtung aller Gegebenheiten:
Mögliche Urlaubsdauer, Charterkosten,
Windverhältnisse der südlichen und zentralen Ostsee,
zeichnete sich als erreichbares Ziel die lettische Hafenstadt
Liepaja (Liebau) ab.
Bald war auch eine geeignete Yacht für sechs Personen mit
Autopilot, eine schnelle Hanse 401,Standort Greifswald,
gefunden.
Bei vorherrschendem Westwind planten wir bis zum Ende der
ersten Woche, von Greifswald über Rügen nach Bornholm
und einem langen Schlag nach Gotland, die lettische Hafenstadt
Liepaja zu erreichen, und danach über Kleipeda (Memel)
nach Danzig zu segeln.
Für den bei Westwind schwierigsten Abschnitt, längs
der polnischen Küste nach Greifswald zurück, hatten
wir neun Tage vorgesehen.
Im Verlauf der Reise werde wir sehen ob dieser Törnplan
einzuhalten war.
Samstag, der 30. Juni und Sonntag den 31. Juni
2002.
Am Morgen übernehmen wir die Yacht Clavus, eine Hanse 401
im Yachtzentrum Greifswald. Wir prüfen die naut.
Ausrüstung und Sicherheitseinrichtung der Yacht, und
vervollständigen die naut. Unterlagen durch unsere
Seekarten und Handbücher.
Sonntag den 31. Juni 2002
Einweisung der Crew Lifebelt, Rettungswesten, Rettungsinsel,
Motorsteuerung, Seeventile, Anker, Feuerlöscher
Seenotsignale. Wegen der Wind- und Wettervorhersage und dem
allgem. Wunsch das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft
zu sehen, beschließen wir auch den Sonntag in Greifswald
zu bleiben.
Montag, der 1.Juli 2002, Greifswald - Nexö
(Bornholm).
Noch vor der Klappbrücke von Wieck melden wir dem
Vercharterer, dass der Autopilot nicht korrekt arbeitet.
Außerdem zeigt die Logge ca. die doppelte Geschwindigkeit
an.
Im Greifswalder Bodden machen wir uns durch Boje über
Bord Manöver mit den Eigenschaften der Yacht vertraut.
Wegen der Zeitverzögerung und schwachen Windes lassen wir
den Motor bis außerhalb des Greifswalder Bodden
mitlaufen. Bei auffrischendem Wind stecken wir ein Reff in das
Groß und legen gegen Mitternacht im Fischereihafen von
Nexö auf Bornholm an.
Dienstag, der 2.Juli 2002, Hafentag Nexö.
Trotz wiederholter Durchsicht der Schiffspapier finden wir
weder ein Handbuch über die elektr. Logge noch dem Nasa
DDH 47 Wetterdecoder. Es fehlt uns vor Allem die Angabe
über das Fassungsvermögen des Treibstofftanks. Die
Charterhotline kann uns auch nicht helfen.
Der Tankwart füllt unseren Reservekanister mit 10 Liter
Diesel, und bringt ihn auf dem Gepäckträger seines
Fahrrades zum Schiff.
Wir setzen uns in den öffentl. Bus machen eine
Inselrundfahrt, besichtigen Rönne und die Festung
Hammerhus.
Feuchtbiotop vor der Festung Hammerhus, Bornholm
Mittwoch, der 3. Juli 2002, Nexö - Utklippan
(Schweden).
Wegen der für uns nicht vorhersehbaren langfristigen
Wetterlage (Westwindlage), wagen wir noch nicht den langen
Schlag nach Gotland, sondern fahren die vor der Hanöbucht
liegende Schäreninsel Utklippan an. Hier treffen wir die
SY Wellengleiter mit Arnold Andres und Crew. Vom Hafenmeister
werden wir sehr herzlich begrüßt.
Begreiflicherweise wird hier außer einem Leuchtturm,
Hafenmeister-Hütte, Plumpsklo, nur sehr viel Natur
geboten.

Schutzhafen von Utklippan, Außenschäre vor der schwed.Südküste (Hanöbucht).
Donnerstag der 4. Juli 2002, Utklippan -
Grönhögen (Öland).
Bei dichtem Nebel tasten wir uns nach Öland. Wegen
unseres Tiefganges können wir nur Grönhögen auf
der Westseite anlaufen. Kurz vor der Hafeneinfahrt geht die
Sichtweite auf ca 30 Meter herunter. Wir haben Mühe die
Ansteuerungstonnen zu finden.
In diesem netten kleinen Hafen, Wasser, Strom, Treibstoff,
Toiletten und Duschen vorhanden, begrüßt uns ein
deutsches Hafenmeisterehepaar.
Gegen Nachmittag klart es auf und wir haben das schönste
Sommerwetter. Wegen der günstigen Windvorhersage und
besseren Großwetterlage planen wir für morgen den
langen Schlag nach Liepaja (Lettland).
Freitag und Samstag, der 5. + 6. Juli 2002,
Grönhögen - Liepaja (Liebau).
Nach dem wir Treibstoff und Wasser gebunkert haben starten wir
zusammen mit dem Wellengleiter, einer Faurby 39. Bei gleichem
Yardstick (91) können wir gegen die Eigneryacht am Wind
bis zur Südspitze Ölands einigermaßen
mithalten.
Danach müssen wir auf Vorwindkurs abfallen. Um Schaden am
Groß zu vermeiden, müssen wir wegen der stark
gepfeilten Salinge, und des stärker werdenden Windes, auf
Raumschotkurs gehen. Mit der von mir mitgebrachten Talje
sichern wir den Baum.
Die Talje wirkt so gleichermaßen als sehr effektiver
Baumniederholder und als Bullentalje. So können wir den
Druck des Großsegels auf die Salingnock verringern.
Mit einem Reff im Groß und Fock segeln uns surfen wir
sicher bei bis zu 7 Bft in Richtung Osten. Die vorhergesagte
Winddrehung bringt uns gegen Morgen auf unseren Kurs nach
Liebau zurück.
Nachdem wir sehr freundlich vom Hafenkapitän per Funk
zum Besuch Liepajas eingeladen werden, motoren wir entlang
alter Hafenanlagen und rostiger Fischkutter in das Zentrum der
Stadt und machen am kleinen Yachtanlieger fest.
Kurze Zeit später kommt ein netter Grenzbeamte in
Begleitung eines Mitarbeiter des Yachthafenmeisters (Agent) an
Bord und stempelt die Pässe.
Doch ein Pass fehlt. Unser Kamerad Hans Koepsell kann ihn
nicht finden. Zur Erleichterung des Grenzbeamten und der Crew,
findet der Skipper den Reisepass im Waschbeutel von Hans.
Die sanitären Anlagen, zwei Duschen, Toiletten (für
beide Geschlechter), eine Waschmaschine, sowie Sauna und ein
kleines Badebecken ca. 2x3 Meter, alles gefliest und sauber,
befindet sich im nebenstehenden alten Speichergebäude. Am
Steg gibt es Wasser und Strom.
Neben dem Anlieger feiern ca. 2000 Einheimische ein Sommerfest
mit Musikbühne und jede Menge Wurst und
Durststände.
Sonntag der 7. Juli 2002 Hafentag in Liepaja
Initiiert vom Marinekameraden Hans Koepsell hatte die MK
Frankfurt unseren Besuch bei der lettischen Marine angemeldet.
Der nette Hafenmeister hilft unserem Hans den Kontakt zu der
lettischen Marine vor Ort herzustellen.
Leon, ein ortskundiger Deutscher von einer Segelyacht aus
Norderney, zeigt uns die Stadt und die Sehenswürdigkeiten
der seit "Peter dem Großen" unter russischem Einfluss
stehenden Hafenstadt. Nachmittags besuchen wir des Baltron
Zentrum der lettischen Marine. Die Marine-angehörigen
werden in Wilhelmshaven ausgebildet und sprechen sehr gut
deutsch.
Das Baltron-Zentrum wurde von der Deutschen Marine zur
Instandsetzung der an Lettland gelieferten
Minenräumanlagen und Räumboote eingerichtet.
Montag, der 8. Juli 2002, Liepaja - Klaipeda
(Litauen)
Bei aufklarendem Wetter, mit günstigem Westwind legen wir
die 50 Meilen nach Memel in acht Stunden zurück.
Wieder geht es an alten Hafenanlagen mit unzähligen
Kränen vorbei. An der Pier 26 gleich neben der
Dangemündung müssen wir einklarieren. Unsere Einreise
wird durch einen Stempel in den Pässen, sowie eine
Bestätigung auf unsere Crewliste dokumentiert.
In Litauens Segelzentrum schräg gegenüber machen wir
fest. Wieder werden wir sehr freundlich empfangen. Wasser Strom
am Steg, und neu geflieste saubere Toiletten und Duschen sind
im Klubhaus des Yachtklubs vorhanden.
Theaterplatz Kleipeda,
Historischer Brunnen des Dichters Simon Dach 1605-1659"
Ännchen von Tharau"
Dienstag und Mittwoch der 9. + 10. Juli 2002 Klaipeda -
Gdansk (Danzig).
Unser Wetterdecoder hat sich nun endgültig verabschiedet.
Die SY Wellengleiter hilft uns mit dem Wetterbericht aus. Wir
nutzen den günstigen Wind und legen nachmittags ab um die
120 sm nach Danzig zurückzulegen.
Auf dieser Etappe ist es wegen des russ. Teils von
Ostpreußen, nicht möglich, unterwegs ein Hafen
anzulaufen. Außerdem müssen wir uns gut von den
russ. Sperrgebieten freihalten.
Gleich nach der Hafeneinfahrt von Danzig legen wir an der
Grenzkontrollstation an. Erst nachdem wir per Handy mit dem
Büro Kontakt aufgenommen haben, kommt ein Beamter mit
seinem Dienstwagen angebraust und stempelt unsere
Pässe.
Nach weiteren 4,5 sm, entlang an Hafen und Werftanlagen, legen
wir am frühen Nachmittag im Yachthafen von Danzig,
gegenüber dem Krantor an.
Der Yachthafen wird rund um die Uhr von Uniformierten bewacht.Hier liegen wir sicher, mitten im Zentrum von Danzig. Wasser, Strom ist vorhanden, Toiletten und Duschen sind in zwei Container untergebracht
Donnerstag, der 11. Juli 2002, Hafentag in
Gdansk.
Ein kleines Hoch über der Ostsee soll uns in den
nächsten Tagen schönes Wetter bescheren, so dass wir
uns einen Hafentag in Danzig gönnen.
Wir bummeln durch die liebevoll restaurierte Altstadt und
genießen das Flair der Perle der
Ostsee.
Zufällig finden wir in einer Seitenstrasse das
bekann-teste Restaurant Danzigs, den "Lachs", indem schon der
Bundespräsident, der Bundeskanzler und Außenminister
gespeist haben.
Nun gibt sich die Fahrtenseglercrew des FSCK und Abordnung der
MK Frankfurt die Ehre.
Freitag, der 12. Juli 2002, Gdansk - Wladyslawowo
(Großendorf) Nachdem wir vergeblich versucht haben in
Danzig Treibstoff zu bunkern, ein Kümo blockiert die
Tankstelle für die nächsten Stunden, segeln und
motoren wir durch die Danziger Bucht, dann an der Nordseite der
Halbinsel Hel entlang, nach Wladyslawowo. Nach Auskunft der
Hafenbehörde von Danzig können wir die vor der
polnischen Küste liegenden Sperrgebiete unbehelligt
queren.
Mittlerweilen hat die Hafenverwaltung dieses großen
Fischereihafens, eine kleine Steganlage im hinteren Hafenbecken
angelegt. Toiletten und Duschen sind in einem Hafengebäude
im ersten Stock vorhanden. Treibstoff kann man auch an einem
Bunkerschiff tanken. Der Tankwart spricht gut deutsch und
füllt uns Treibstoff, wegen des riesigen
Tankfüllstutzens, über einen Kanister ein.
Zum zweiten Male hat der deutschen Motorsegler Seewolf aus
Brodersby sich mit seiner Schraube eine Leine eingefangen (wohl
zu lange unter Motor gefahren). Unser Skipper taucht ins
Hafenwasser !! und befreit den Seewolf von seinem Souvenir.
Samstag, der 13. Juli 2002, Wladyslawowo - Ustka
(Stolpmünde).
Nachdem wir Wasser mit einem 1,5 Zoll Schlauch !!! (vor dem
Gebäude der Hafenbehörde) gebunkert haben, segeln wir
bei auffrischendem Wind, teilweise unter Spi nach Ustka. Vor
der schmalen Hafeneinfahrt werden wir von den Grundseen
gebeutelt. Wir können nur die Info des Hafenhandbuches
bestätigen: Bei Starkwinden aus West bis Nord ist diese
Einfahrt nicht zu empfehlen.
Wir legen an der Uferpromenade von Stolpmünde an.
Stromversorgung wird vom Hafenmeister angeschlossen.
Öffentliche Toiletten sind in der Nähe.
Genauso wie in Wladyslawowo laden die Wurst und -Durstbuden
sowie eine Musikbühne die zahlreichen Touristen zum
Verweilen ein.
Sonntag, der 14. Juli 2002, Ustka - Kolobrzeg
(Kolberg).
Bei frischem NE Wind spulen wir die 50 sm nach Kolberg in neun
Stunden ab. Für die enge Hafeneinfahrt gilt das gleiche
wie für Ustka, bei Starkwind aus W-N nicht zu
empfehlen.
Wir legen im netten kleinen Yachthafen südlich der
Stadt an. Der freundliche Hafenmeister, und sein deutsch
sprechender Gehilfe, informiert uns über die
Gegebenheiten. Strom und Wasser am Kai, Toiletten und Duschen
mit Schlüssel in Container.
Lifemusik, Räucherfisch, Grillspieße, Steak und
Würstchen im alten Fort direkt nebenan. Die langfristigen
Wetteraussichten, eine stabile Hochdrucklage, lässt wieder
einen Hafentag zu.
Montag, der 15. Juli 2002, Hafentag in Kolberg.
Kolobrzeg ist der größte Kurort von Polen. In den
Sanatorien können die verschiedensten Krankheiten und
Stoffwechselstörungen behandelt werden. Gäste aus
Polen, Deutschland und Skandinavien stärken hier ihre
Gesundheit und Kondition.
Neben der sehenswerten Altstadt lädt die Strand- und
Kurpromenade zum Verweilen ein. Hans Koepsell lädt uns zum
Besuch seines 40 km entfernt gelegenen Geburtsortes ein. Wir
sind erstaunt über die adretten Häuser und
asphaltierten Strassen sowie die mit modernen Verbundsteinen
gepflasterten Wege auf dem Lande.
Dienstag, der 16. Juli 2002 Kolobrzeg - Swinoujscie
(Swinemünde)
Wieder nutzen wir den NNE Wind und segeln teilweise unter Spi
dem traumhaften Ostseestrand mit weißem "Eieruhrsand"
entlang nach Swinemünde.
Entgegen der Auskunft der Grenzbehörden von Danzig
müssen wir uns trotzdem an der Grenzkontrollstation
melden.
Später sehen wir anderen Yachten die aus dem Stadthafen
wieder 2 sm zurück zum Anmelden an die
Grenzkontrollstation fahren müssen.
Vorbei an einem noch nicht im DSV Hafenhandbuch enthaltenen
Yachthafen im Nordbassin, motoren wir zum Anleger "Orion",
mitten im Zentrum der Stadt. Wasser und Strom sind an der Pier
vorhanden. Toilette und Dusche werden im naheliegenden
Restaurant angeboten.
Wir sind unserem Zeitplan voraus und können uns getrost
wieder einen Hafentag erlauben.
Mittwoch, der 17. Juli 2002, Hafentag
Swinoujscie.
Wir bummeln durch die Stadt und besuchen den riesigen
"Polen-markt". Danach lassen wir uns mit einer Kutsche zur
Strandpromenade fahren. Dem Touristenrummel entgehen wir durch
einen Spaziergang in dem, zwischen Strand und Promenade
liegenden Grüngürtel.
Donnerstag, 18. Juli 2002, Swinoujscie - Wolgast.
Zuerst müssen wir die zwei sm zurück motoren und an
der Grenzkontrollstelle ausklarieren.
Nach dem obligatorischen Stempel motoren wir die Swine hinauf
und durch die "Kaiserfahrt" (ein Kanal) in das Stettiner Haff.
Jetzt können wir die Segel setzen und nach Steuerbord in
Richtung deutsche Grenze abfallen. Vom davor ankerndem
Küstenwachboot werden wir mit dem Schallsignal Lima und
einer grünen Leuchtkugel herbeigerufen. Nachdem der Beamte
den Schiffsnamen lesen kann, bekommen wir ein Handzeichen zum
Weiterfahren.
Bei leichten Winden aus südlicher Richtung segeln wir
weiter durch die Klappbrücke bei Zechenin über die
Peene nach Wolgast.
An der Pier im Stadthafen machen wir längsseits fest.
Strom bekommen wir vom Hafenmeister, Toilette und Dusche sind
im naheliegendem Gaststättengebäude vorhanden. Im
Gegensatz zu den polnischen Städten wirkt Wolgast nahezu
ausgestorben.
Freitag, der 19. Juli 2002, Wolgast - Peenemünde -
Greifswald.
Pünktlich um 7 45 Uhr motoren wir durch die
Klappbrücke in Richtung Peenemünde.
Vor Peenemünde erkennen wir durch das Fernglas die
Möglichkeit (nicht im Hafenhandbuch angegeben) im Hafen
des "Marine-Regatta-Vereins Peenemünde" bei 3,5 m
Wassertiefe, anzulegen.
Dem Hafenmeister stellen wir uns als Vertreter der Marinekameradschaft Ffm. vor, und überreichen einen Wimpel der MK Ffm. Dafür kassiert der Hafenmeister von uns die Liegegebühr von zwei Euro.
Wir besichtigen das russische U Boot "Juliett" (Museum) und
das "Historisch techn. Museum Peenemünde".
Um 11.30 Uhr legen wir wieder ab, und segeln die Peene
hinunter in den Greifswalder Bodden. Das erste Mal bei diesem
Törn müssen wir die letzten Meilen nach Wieck
aufkreuzen. In den letzten Stunden lernen wir die
hervorragenden Segeleigenschaften der Hanse 401
kennen.
Die Brigantine Greiffex "Wilhelm Pieck" Segelschulschiff der
ehemaligen DDR, auf ihrem Liegeplatz in
Greifswald-Wieck
Wir haben Glück, die Klappbrücke Wieck öffnet
um 16 Uhr (Fischerfest). Nach einer leichten
Grundberührung beim Eindrehen in die Box des Yachtzentrums
machen die Yacht, unser Fahrzeug und Heim der letzten drei
Wochen fest.
Bei 20 Reisetagen waren wir 14 Tage auf See und haben 800 sm
zurückgelegt, davon 80% unter Segel. Ein Wert den man im
Mittelmeer zur gleichen Jahreszeit wohl nicht erreichen
kann.
Die Yacht Clavus:
Hanse 401, L.O.A. 12 m, Breite 3,90 m, Tiefgang 1,90 m Segel
60 m², mit Genua 74 m².
gemäß den Chartbestimmungen ausgerüstet mit 8
Rettungswesten, + Lifebelts Rettungsinsel für 8 Personen,
2 Feuerlöscher, Notpinne, Rettungskragen mit Leine,
Notblitz, Seenotsignalmittel.
UKW Funkgerät, automat. Wetterdecoder (RTTY) DDH 47
(147,3 Khz), Handpeilkompaß, GPS, Echolot, Logge, 2
Anker, Festmacher und Leinen.
Zusätzliche Ausrüstung von der Crew
mitgebracht:
4 Automatikwesten + Lifebelts, 3 fach geschorene Arbeitstalje,
20m Reserveschot, Segelnähzeug, Werkzeug + Lötkolben,
Vielfachmessgerät,
Handpeilkompaß, Hand-GPS, Weltempfänger Lowe 150
mit Marinebalun, Seenotfunkboje Mini EPIRB (121,5 und 243
Mhz)
Nautische Unterlagen:
Seekarten:
An Bord: Sportbootkartensätze der N.V. Serie 1-5 einschl.
Hafenlotse.
Von Crew mitgebracht:
Deutsche Seekarten: Übersegler Ostsee komplett. Nr 138,
143 - 145 poln. Küste bis Lettland, Nr 140 Hanöbucht
Ostteil, Nr. 167 Öland - Gotland Süd.
Sportbootkartensatz Nr. 1036 des BSH, Danziger Bucht, mit
Berichtigung Nr. 1035
Handbücher von Crew mitgebracht:
Revierführer Ostsee 2002, Hafenhandbuch Ostsee II (2002),
Wetter der Nord- und Ostsee (DK-Verlag), Ankerplätze
Ostseeküste (Edition Maritim) Bootsurlaub an der
Ostseeküste (Pietsch Verlag)
Bemerkungen zur Navigation:
Die im Logbuch angegebenen Kurse wurden vom Steuermann nicht
exakt gehalten, sonder jede Winddrehung nach der
Anströmung der Segel (Trimmfäden) ausgesteuert.
Grundsätzlich wurden Seezeichen oder Landmarken als
Ansteuerungspunkte verwendet. Mindestens zur jeden zweiten
Stunde wurde ein Standort nach GPS oder Seezeichen bestimmt.
Jeder GPS-Standort wurde soweit als möglich, an Hand von
Peilungen überprüft.
Bemerkungen zur Segelführung:
Wegen der stark gepfeilten Salinge, konnte aus
Sicherheitsgründen bei Starkwind kein Vorwindkurs gesegelt
werden (die Salingnocken scheuern am Groß,
Patenthalse).
Grundsätzlich wurde ab raumen Kursen eine dreifach
geschorene Talje als Bullenstander an einer Verstärkung
der Fußreeling gesetzt. Nur so konnte das Groß
gesichert, gleichzeitig flach getrimmt, und somit
Beschädigungen des Großsegels vermieden werden.